Kabelwege prüfen
Einen Kabelweg anlegen, die Absicherung davor, 1- oder 3-phasig und die Verlegung einstellen und die Bewertung von Belastbarkeit und Spannungsfall lesen — plus die Faustregel für die Zuleitung.
Auf dieser Seite
Eine Distro, die „noch Platz hat", fliegt trotzdem raus, wenn die Leitung dorthin zu dünn oder zu lang ist. PowerSense vergleicht jeden Kabelweg auf drei Arten mit Richtwerten: ob die Sicherung davor die Leitung schützen kann, ob der Strom innerhalb der Belastbarkeit nach Reduktion bleibt, und wie groß der Spannungsfall über die Länge ist.
Kabelweg anlegen und einstellen
- Tippe unter Kabelwege auf + Kabelweg. Jede Liste startet mit einem Kabelweg namens Zuleitung.
- Gib ihm eine Bezeichnung (zum Beispiel Zuleitung → Distro Stage links).
- Strom (A) steht zunächst auf auto: höchste Phase — der höchste Phasenstrom dieser Liste nach dem Sicherheitszuschlag. Für eine Unterverteilung, die nur einen Teil der Last trägt, tippst du stattdessen einen Wert ein; ein leeres Feld heißt wieder auto.
- Trag die Länge ein — in Metern, im Nordamerika-Modus in Fuß.
- Wähle den Querschnitt (mm²) oder die AWG-Größe.
- Setze Abgesichert mit auf die Sicherung vor diesem Kabelweg. Voreingestellt ist die Absicherung der Einspeisung; eine Leitung an einem 16-A-Abgang einer Distro ist mit diesen 16 A abgesichert.
- Stell das System auf 1-phasig oder 3-phasig — je nachdem, was die Leitung tatsächlich ist. Die Zuleitung an einer Drehstrom-Einspeisung startet 3-phasig, jeder andere Kabelweg 1-phasig.
- Gib an, wie die Leitung liegt: auf der Kabeltrommel (keine, eine Lage noch drauf, zwei und mehr Lagen), gehäuft mit anderen Stromkreisen und heißer Tag (ab 30 °C oder ab 40 °C). Die Karte zeigt dann die Belastbarkeit nach Reduktion neben dem Grundwert.
Die Bewertung lesen
| Bewertung | Bedeutung |
|---|---|
| Im Richtwert | Die Sicherung liegt bei oder unter der Belastbarkeit nach Reduktion, der Strom bleibt darin und der Spannungsfall unter der Warnschwelle. Ein Vergleich mit Richtwerten, keine Prüfung der Anlage. |
| Zu klein für die Absicherung | Die Sicherung vor dem Kabelweg ist größer als die Belastbarkeit der Leitung — sie würde die Leitung überhitzen lassen, bevor sie auslöst, egal wie viel heute dranhängt. Größeren Querschnitt oder kleinere Sicherung wählen. |
| Unterdimensioniert — über der Kabel-Belastbarkeit | Über den Kabelweg fließt mehr als die Belastbarkeit nach Reduktion. Eine Größe hoch, oder die Trommel abrollen. |
| Spannungsfall über 3 % | Eine Warnung: Lange Wege und Amp-Racks merken das. Wenn es geht, eine Größe hoch. |
| Spannungsfall über 5 % | Den Weg kürzen oder den Querschnitt erhöhen. |
Hängt die Liste an einem Generator, liegen die Schwellen bei 6 % (Warnung) und 8 %.
Die Grundwerte sind Richtwerte für flexible Gummileitung (H07RN-F / SOOW) frei in Luft. Im Europa-Modus reichen sie von 1,5 mm² (16 A) bis 35 mm² (100 A). Im Nordamerika-Modus folgen sie NEC Table 400.5(A)(1): ein 3-phasiger Kabelweg nutzt die Spalte für drei stromführende Leiter, AWG 14 (15 A) bis AWG 2 (80 A); ein 1-phasiger die Spalte für zwei, AWG 14 (18 A) bis AWG 2 (95 A). Die Reduktionsfaktoren senken dann die Belastbarkeit für Kabeltrommel, Häufung oder Wärme.
So wird der Spannungsfall gerechnet
- 1-phasig: ΔU = 2 · ρ · L · I ÷ A, bezogen auf die Strangspannung.
- 3-phasig, symmetrisch: ΔU = √3 · ρ · L · I ÷ A, bezogen auf die Außenleiterspannung.
- 3-phasig mit Schieflast: Der Spannungsfall wird zusätzlich auf der am stärksten belasteten Phase gegen den Neutralleiter gerechnet; der größere Wert zählt.
- ρ ist Kupfer bei Betriebstemperatur — das 1,25-Fache des Werts bei 20 °C von 0,0175 Ω·mm²/m —, denn eine belastete Leitung ist warm.
LED, Schaltnetzteile und der Neutralleiter
LED-Scheinwerfer und Schaltnetzteile ziehen ihren Strom in kurzen Pulsen. Ihre dritten Oberschwingungen heben sich im Neutralleiter einer Drehstromleitung nicht auf, sondern addieren sich — selbst ein perfekt verteiltes LED-Rig kann den Neutralleiter so stark belasten wie eine Phase oder stärker. Markierst du eine Liste als überwiegend LED / Schaltnetzteile, warnt PowerSense und setzt die Belastbarkeit der Leitung herab (× 0,86; im Nordamerika-Modus 80 % des Werts für drei Leiter, weil der Neutralleiter dann als stromführender Leiter zählt). Den Neutralleiter legt es nicht aus — das entscheidet die Elektrofachkraft.
Die Faustregel für die Zuleitung
Unter den Kabelwegen steht Faustregel Einspeisung: X A pro Phase → min. Y. Sie kommt aus derselben Tabelle wie die Bewertung, für die Phasenzahl der Einspeisung, also stimmen Hinweis und Bewertung für die Zuleitung überein. Liegt die Einspeisung über dem Preset-Bereich, sagt der Hinweis, dass die Zuleitung von der Elektrofachkraft ausgelegt werden muss. Das ist keine Grenze zum Umgehen, sondern der Punkt, an dem ein Profi die Zuleitung plant.
Was die Bewertung nicht abdeckt
PowerSense prüft nicht, ob die Sicherung im Fehlerfall schnell genug auslöst (Schleifenimpedanz und Abschaltzeit), keine Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, keine Erdung, nicht den Zustand von Steckverbindern und Steckdosen und nicht, wie die Leitung vor Ort wirklich liegt. Eine Schuko-Steckdose ist außerdem nicht für stundenlang 16 A gedacht — plane etwa 10 A Dauerlast.
Kabeltrommeln unter Last ganz abrollen und gehäufte oder heiße Wege im Blick behalten — das Tool weiß nur, was du ihm über die Verlegung sagst. Die reale Anlage plant und prüft eine Elektrofachkraft.
Danke für die Rückmeldung.